Bauanleitung und Funktionsweise der Sprudelwasseranlage (Eigenbau)

Sprudelwasser aus dem Trinkwasser der Wasserleitung ? Nix besonderes oder ?
Aus Funk und Fernsehen kennt man ja die einschlägigen Produkte, die mit kleinen Co² Flaschen leckeres Sprudelwasser erzeugen. Nur leider ist solch eine Füllung viel zu wenig und macht auch jede Menge Arbeit.

Kostenseitig ist das Einsparungspotenzial nicht unbedingt gegeben. Deshalb habe ich mir überlegt, wie man diesen Vorgang etwas verbessern kann. Leider gaben die Grundmaterialien eines solchen gekauften Wasserdingens nicht die besten Vorraussetzungen, um die Effektivität enorm zu steigern. So musste ich dieses Prinzip neu konstruieren, damit die gewünschten Ergebnisse erzielt wurden.

Hier also die Version 1.0

Wie man sieht, wird das Gerät sicher nicht den Schönheitspreis gewinnen. Und der ein oder andere weibliche Familienangehörige muss erst noch von solch einem Ungetüm in der Wohnung überzeugt werden. Da werden auch keine Kostenrechnungen oder Arbeitserleichterungen auf Anhieb als Argumente akzeptiert. Auch fremder Besuch wird etwas ungläubig daher schauen, weil er gleich ein größeres Alkoholproblem diagnostiziert.

Zu sehen ist auf dem (Bild 1) ein handelsübliches Bierfass (50 Liter müssten das sein).
Bier sollte natürlich vorher entfernt werden, aber ich denke da wird man schon irgendwie einen Weg finden. Das Fass wird später zum Behälter für das erfrischende Nass werden.
Darunter befindet sich eine Holzplatte (1cm dick) die mit vier Gummirädern bestückt ist.

Wenn das Fass sein maximales Fassungsvermögen hat, ist es auch nur noch unter größter Kraftanstrengung zu bewegen. Und das wollen wir uns doch ersparen oder?
Sinnvoll wäre es, wenn zwei der vier Räder mit einer Bremse ausgestattet werden. Ihr wollt doch nicht dass das Ding sich mal selbstständig macht. An dem Anschluss für die eigentliche Zapfanlage ist nun ein Winkelstück, wie es auf jeden sortieren Baumarkt zu finden ist, angebracht. (Bild 2)

Wie man sieht wird ein ½ Zoll Winkelstück an dem oberen Ende des Fasses angeschraubt.
An dem Anschluss habe ich einen PVC Schlauch mit einer Schlauchklemme befestigt.
Die Schlauchlänge ist so ca. 75cm. Am anderen Ende des Schlauches befindet sich ein normaler Wasserhahn ½ Zoll, der auch über einen Waschmaschinenanschluss montiert wurde. (Bild 3)

Der Schlauch ist wieder mit einer normalen Schlauchschelle montiert.
So nun haben wir schon mal geklärt, wie das Wasser wieder aus dem Fass kommt. Aber wie kommt es erstmal rein?
Dafür hab ich mir was Besonderes einfallen lassen. Da ich den Nachgeschmack, den das normale Leitungswasser liefert nicht unbedingt mag, hab ich noch einen Filter dazwischen gebaut. (Bild 4)

Dieser Filter stammt von einem handelsüblichen Kaffee oder Getränkeautomaten. Also von solchen Monstern, die immer in der Kantine rum stehen. Bitte fragt mich aber nicht, wo ich das Ding her habe. Ich würde Euch dann belügen müssen! Aber soviel sei gesagt: Fragt doch mal den Typen, der die Dinger wartet :-) . Aber vermutlich bekommt man das auch irgendwo im Internet her. Kommen wir nun zu den Anschlüssen. Es wird ein PVC Schlauch benötigt, der per Steckverbindung in den Filter mündet. Bei mir ist es kein flexibler sondern ein sehr steifer. Auf dem Baumarkt müsste das zu finden sein.

Fehlt noch der Anschluss am Wasserhahn. Ich habe mir den Aufwand gemacht ein weiteres Ventil unter meine Spüle in der Küche zu montieren, damit ich die Zuleitung extra absperren kann. Wasserschäden machen sich nicht gut auf Holzfußböden. Auch hier habe Ich einen Eckanschluss mit Eckverbinder gewählt. (Bild 5)

Der Anschlussschlauch, der vom Filter zum Fass geht, sieht dann so aus. (Bild 6)

Der Schlauch besteht aus einem ca. 30cm langen Schlauchstück, das in den Filter passt. Da ich leider nicht mehr davon hatte, musste ich etwas durch einen normalen handelsüblichen PVC Schlauch verlängern. Die Kupplungen gibt es auf dem Baumarkt. Und das Winkelstück am Ende, was direkt ans Fass geht, wird mit einer Schlauchschelle fixiert.

Nun, fehlt noch was? Ja genau! Wie kommt der Sprudel ins Glas? Klar würden sich dort die Patronen des Kaufgerätes eignen, aber an den hätten wir wohl nicht lange Freude. Also habe ich auch da die Maxi Version besorgt. (Bild 7)

Eine CO² Gasflasche aus einer Kneipe. Auch hier müsst ihr, beim Beschaffen, sicher etwas kreativ sein. Dabei ist darauf zu achten, dass Ihr NIEMALS eine solche Flasche ohne Manometer mit Druckminderer an das Fass schließt! Da bei einer vollen Flasche der Druck in der Flasche um ein zigfaches höher ist, als das Fass aushalten würde. Wer schon darauf geachtet hat, wird feststellen, dass das Bierfass eine Sollbruchstelle hat. Das ist so ein kleiner Punkt, an der Oberseite. Sollte der Druck zu hoch sein, fliegt Euch das Ding um die Ohren und der Inhalt des Fasses, ca 40 Liter reinstes Wasser, werden fontänenartig den Raum „befeuchten“. Ich habe es noch nicht probiert, aber hab auch keine Lust, diese Erfahrung zu machen. Also immer ein funktionstüchtiges Manometer mit Druckminderer dazwischen. Ihr seht schon, dass wir das Konstrukt fast fertig haben.

Fehlt nur noch der Schlauch von der Gasflasche zum Fass. (Bild 8)

Auch hier ist der handelsübliche PVC Schlauch das Verbindungsstück.
Schaut bitte auf dem Druckminderer, welchen Anschluss dieser hat. Den selbigen dann mit der Schlauchschelle fixieren. (Bild 10)

Und dasselbe bekannte Anschlussverfahren an den Schlauch. (Auch hier mit einer Schlauchschelle befestigen)

Jetzt ist es soweit. Der 1. Versuch kann starten. Solltet Ihr ein Fass haben, das schon mal im Einsatz war, ist es möglich, dass die ersten Füllungen etwas nach Bier schmecken. Aber das gibt sich nach ein paar Mal.
Alle benötigten Verbindungsteile und Verschraubungen, solltet Ihr im Baumarkt Eures Vertrauens finden.

Füllanleitung Vorschlag „long Version„

1. Entnahmewasserhahn an das Fass oben anschließen. siehe (Bild 1)
2. grünen Hebel nach unten drücken (öffnen)
3. Entnahmewasserhahn öffnen und alles, was da noch so raus kommt, entweichen lassen.
4. Entnahmewasserhahn schließen.
5. Anschlussschlauch (Bild6) an den 2. Anschluss des Fasses anschließen (der etwas abgewinkelte)
6. Anschlussschlauch (Bild6) in den Filter stecken ( Flussrichtung auf dem Filter beachten!! )
7. Filter mit Anschlussschlauch an die Wasserleitung schrauben.
8. Wasser öffnen.
9. Filter öffnen (hat beim mir einen eigenen Absperrhebel)
10. Entnahmewasserhahn öffnen und ins Waschbecken hängen. (dient als Überlauf wenn das Fass voll ist.
11. Ich leg das Fass immer auf die Seite damit ich genau weis wann es halb voll ist (Wasser kommt dann aus dem Entnahmewasserhahn).
12. Aufrechtstellen des Fasses und Entnahmewasserhahn schließen.
13. So lange Wasser reinfüllen bis das Fass so ca. ¾ voll ist. Hierbei wird schon ein leichter Druck aus der Wasserleitung aufgebaut. Das liegt daran, dass in dem Fass ein Rohr ist, das auf den Boden reicht. Es wäre sonst nicht so einfach das Fass zu füllen
14. Wasser abstellen, und den grünen Hebel am Fass nicht vergessen.
15. alle Leitungen vom Fass abschrauben
16. Nun die Leitung zur Gasflasche anschrauben und zwar einmal am Druckminderer und zum anderen an dem Anschluss, wo gerade noch der Entnahmewasserhahn angeschlossen war. (Bild 2)
17. Nun mit etwas Fingerspitzengefühl den Grünen Hebel am Fass öffnen und dann die Gasflasche ein wenig öffnen (Absperrhahn am Druckminderer nicht vergessen zu offnen)
18. Wenn es blubbert, machst Du es richtig :-). Beobachte den Druckminderer. Er sollte nicht über 4 bar ansteigen. Ich lege das Fass immer auf die Seite und rolle es hin und her, damit sich das CO² besser in dem Fass löst. Man sieht es auch am Druckminderer. Je stärker man schüttelt desto mehr CO² wird gelöst. Wie viel ist Geschmackssache.
19. Gasflasche schließen!
20. Grünen Hahn am Fass schließen!
21. Zapfhahn anbringen (Bild 2)
22. Servieren ….

Mein Tipp: Erstmal wenig CO² einfüllen, um die Konzentration im Glas zu testen.
Den Vorgang bei 15. Wiederholen wenn der Sprudel noch zu wenig ist.

Requiem:
Dieses Exemplar gibt es schon zweimal im Bekanntenkreis. Beide Geräte laufen schon länger als 2 Jahre. Deshalb würde ich nicht mehr von einer Testphase sprechen.
Sicherlich gibt es noch den ein oder anderen, der noch ein paar Verbesserungen an der Apparatur vorschlägt.
Auch würde das Gerät keinen TÜV oder andere Sicherheitssiegel bekommen. Deshalb überlegt vorher, was ihr macht. Es wird mit Drücken von bis zu 6 bar im Inneren des Fasses gearbeitet. Ich hoffe, dass ich ein paar Reaktionen auf diesen Text bekomme,
und würde mich über Verbesserungsvorschläge freuen.


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